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Messier 42 & 43

So nachdem am 30. September die ganze Nacht Exoplaneten dran waren bin ich früh um 5:00 Uhr doch nochmal schwach geworden. Der Orion stand da schon am Himmel (es wird verdammt schnell Winter …) und was sollte es da anderes werden als der große Orion Nebel. Weil ich aber schon hundemüde wollte ich den Spaß aber innerhalb von 10 Minuten fertig bekommen. Also dachte ich mir, der Rot-Filter macht einen schönen Kontrast, also wird es ein Schwarzweiß-Bild aus dem Rotkanal. Insgesamt sind so 5 Minuten Belichtungszeit zusammengekommen, bei 15 Aufnahmen. Nachbearbeitung mit DSS, LuminanceHDR und PS. Mittlerweile meine eingespielte Pipeline.

Messier 43 und 42, monochrom aber leicht getönt. Der nur der Rotkanal wurde verwendet.

Hauptspiegelreinigung Bresser Messier N203

Rapsfelder und Optische Spiegel vertragen sich nicht

Ein kurzer Erfahrungsbericht zum Thema “Was tun wenn Hauptspiegel aussieht wie ein Bienenstock?”. Das kommt davon wenn man im Sommer mehrmals neben einem Rapsfeld sein Teleskop aufgebaut hat. Jedenfalls war eine Reinigung zwar vielleicht noch nicht unbedingt notwendig, aber man ist ja immer so Pingelig sauber was die Optik angeht. Bei der Reinigung ist große Vorsicht geboten, das Coating des Spiegels darf auf keinen Fall verletzt werden.

  1. Zunächst habe ich die Feststellschrauben des Spiegelkäfigs gelöst.
  2. Am Hinteren Ende des Messier N203 befinden sich 4 Imbus Schrauben, diese müssen gelöst werden.
  3. Jetzt kann der graue Rahmen eigentlich entfernt werden. Das war in meinem Fall nicht ohne weiteres möglich da er festgeklemmt war.
  4. Mit einem Hammer und einem Holzklötzchen habe ich, mit gaaaaaaanz vorsichtigen Schlägen, den Rahmen vom Tubus “geschoben”. Spätestens jetzt sollten die Feststellschrauben des Käfigs gelöst sein, die Federschrauben dämpfen die Schläge ab. Es stellte sich heraus das zum fest klemmen des Rahmens eine Art Gewebeband verwendet wurde.
  5. Der Spiegel hängt bei ausgebauten Rahmen immer noch sicher im Spiegelkäfig. Die 6 Halteschrauben müssen gelöst werden.
  6. Den “nackten” Spiegel habe ich dann schräg auf ein Handtuch in die Badewanne gelegt und abgebraust. Dabei ein klein wenig Spüli verwendet um die fettigen Pollen runter zu bekommen.
  7. Wichtig ist das letzte abspülen mit destillierten Wasser um spätere Trockungsspuren zu verhindern.
  8. Nachdem der Spiegel trocken ist kann er wieder eingebaut werden. Das Gewebeband habe ich dabei weggelassen, ebenso die schwarze Plastikplatte hinter dem Spiegel. IMHO hintert die den Spiegel nur daran zu temperieren … also weg mit dem Kram.
  9. Danach muss natürlich wieder Kollimiert werden. Ich habe mir dafür den Baader-Planetarium Laser Colli Mark 3 gekauft, kann ich nur empfehlen ist ein super verarbeitetes Präzisionsinstrument.

Der komplette, ausgebaute Spiegelkäfig ... man beachte die Pollen :-/
Der Tubus ohne Rahmen, zu sehen das Gewebeband
Der Tubus ohne Rahmen, zu sehen ist auch das Gewebeband

Die Spiegelzelle von der Seite. 1 sind die Federschrauben zur Kollimierung; 2 die gelösten Feststellschrauben

"Nackter" Spiegel von hinten, mit PartNumber
Unter der Dusche mit lauwarmen Wasser
Nach dem letzten Abspülen mit destilliertem Wasser trocknet der Spiegel. Eine neue Mittenmarkierung war fällig, die alte hat die Spülung nicht überlebt.