Monthly Archives: May 2017

Sequoia & Kings Canyon NP

Fast schon wehmütig haben wir das Death Valley verlassen. Zwar war es gut wieder für $2.59 statt $3.59 pro Gallone tanken zu gehen, aber wir hätten wirklich gern noch einen Tag länger gehabt.

Die nächsten Tage im Sequoia und Kings Canyon Nationalpark waren aber nicht weniger beeindruckend. Als Erklärung vorweg: Die beiden Nationalparks sind sozusagen zusammengewachsen. Wobei man aber feststellen muss, dass der Kings Canyon eher etwas für weitläufige Wanderungen zu sein scheint. Das (Haupt-) Tal ist per Auto zwar zu erreichen und sehr spektakulär, aber der allergrößte Teil des Parks ist nur zu Fuß zu erreichen.

Mit dem Sequoia NP ist es im Grunde das selbe, dort kommt man aber per Auto bequem an die Riesenmammutbaumwälder heran. Die lange und kurvenreiche Fahrstrecke bringt einem zunächst an enormen Mengen abgestorbener zedernartiger Bäume und Kiefern vorbei. Die 5 jährige Dürre hat den Wäldern sichtlich den Rest gegeben, man muss kein Botaniker sein, um das zu sehen. Weiter oben in den Bergen beginnen dann die Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) zu stehen. Zunächst glaubt man seinen Augen nicht, da fährt man um die Kurve und plötzlich zieht ein einzelner, rot-oranger Zylinder gigantischen Ausmaßes rechts an einem vorbei. Diese Bäume sind derart riesig das man aus dem Auto meist nur einen kleinen Teil vom Stamm sieht. Nadeln haben die meisten Riesensequoien weiter unten nämlich nicht. Das bringt als Autofahrer eine eigenartige Aussicht mit sich.

Verlässt man dann das Auto, stellt man fest das die Riesenmammutbäume eine ebenso enorme Höhe haben. Die Bäume stehen oft in Hainen (Grove) an einer Feuchtwiese (Meadow) zusammen. Spaziert man dann durch solch einen Hain hindurch, kommt man sich wie im Land der Riesen vor.

Als Abschluss haben wir noch einen Schwarzbären im Wald gesehen. Leider hatte er sich schon wieder etwas zurückgezogen. Eine Rangerin hatte ihm eine Ladung Gummi-Geschosse verpasst. Die Bären werden konsequent vom Mensch ferngehalten, zu groß ist die Gefahr der Gewöhnung und damit der Zwischenfälle. Mir wurde aber versichert, dass die Gummigeschosse nur die Schmerzen einer leichte Ohrfeige bewirken würden.

Death Valley NP 2

Death Valley NP 1

Im Grunde sind wir ohne klare Vorstellung ins Death Valley gefahren. Ich wollte hin, weil ich mich für die dort vorkommenden Minerale (Borax) und das extreme Wetter interessierte. Der Rest der Reisegruppe hatte schon mal gehört das es dort “ganz gut” sein soll. Immerhin war ja zu der Jahreszeit noch mit erträglichen Temperaturen zu rechnen.

Also planten wir einen langen Fahrtag ein, Grand Canyon Village direkt nach Furnace Creek, in der Hoffnung das unser jüngster Passagier keine Einsprüche erhebt. Der Tag verlief gut, die Fahrt problemlos. Als wir ankamen, war es allerdings dunkel, vom Valley haben wir nichts mehr gesehen.

Der nächste Tag allerdings barg einige Überraschungen unsere Sightseeing Runde war: Badwater Basin (Salzsee), Artists Drive (farbenprächtigen Vulkangestein), Zabriskie Point (Gesteinsformationen), Dantes View (Aussicht auf das Badwater Basin und restliche Tal) und zu den Mesquite Dunes (Sanddünen). Von jedem einzelnen Punkt waren wir absolut begeistert! Nie hätten wir gedacht, dass man derart spektakuläre Aussichten und Naturwunder in einem so wenig beachteten Nationalpark findet. Normalerweise wird nämlich immer gesagt, man solle mal durchfahren, oder einen Tag einplanen. Wir müssen energisch widersprechen: Wenn die Temperaturen stimmen muss mindestens eine Woche eingeplant und gewandert werden!

In einem Punkt haben die Reiseberichte (und vor allem Warnungen) aber tatsächlich recht: Wasser. Es ist unglaublich trocken da, so trocken das Atmen dem Körper große Mengen Wasser entzieht. Obwohl wir größtenteils bei angenehmen 20°C im Auto saßen und die Außentemperatur von 14°C bis (nur) 30°C reichten. habe allein ich von 9:00 bis 19:00 4,5 Liter Wasser getrunken. Ich habe Hinweise gelesen das man im Sommer, wenn es dann über 50°C sind, mindestens 20L pro Person mitnehmen soll, es kann ja mal vorkommen das man eine Autopanne hat ö.Ä. Das haben wir mit einigem Stirnrunzeln gelesen, aber im Nachhinein können wir uns das sehr gut vorstellen. Wir hatten jedenfalls vorsorglich 15 Gallonen (57L) Mineralwasser ins Auto gepackt, hatten keine Panne und trinken jetzt noch davon.

Update (21.05.17): Rechtschreibung